Genderanalyse des INiTS Förderprogrammes (Forschung, 2019)

Gründungen sind in Österreich immer noch stark männlich konnotiert. Im Bereich von Start-Ups in der Technologiebranche wird dieser Effekt noch einmal verstärkt, da in kaum einem anderen Beschäftigungsbereich die horizontale Segregation so ausgeprägt ist, wie in der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) Branche, beziehungsweise der Technologiebranche generell. Gleichzeitig zählt diese Branche bzw. dieser Technologiesektor zu den dynamischsten „Startup-Generatoren“. Der geringe Frauenanteil in der Branche findet sich dann auch bei den entsprechenden Startups wieder, perpetuiert sich somit letztlich.

Es gibt also genügend Gründe für eine Genderanalyse von Start-up und GründerInnenprogrammen, möchte man der gründerInnen- und branchenspezifischen Schieflagen in der Geschlechterverteilung entgegenwirken. Im Rahmen des Projektes „Gender Mainstreaming der FTI-Strategie ‚Innovatives Wien 2020'", welches L&R Sozialforschung in Kooperation mit dem ZSI (Zentrum für Soziale Innovation) im Auftrag der MA23 durchführte, stellte INiTS seine anonymisierte Projekt-Datenbank zur Verfügung. Aus der Analyse dieser Daten konnte sichtbar gemacht werden, ob und wie sich die Schieflagen bei INiTS-betreuten Gründungen widerspiegeln und ob es innerhalb der unterschiedlichen Programmmeilensteine besondere geschlechtsspezifische Auffälligkeiten gibt.

INiTS ist der Hightech-Inkubator der Wirtschaftsagentur Wien und der Wiener Universitäten TU Wien und Universität Wien, sowie Fördernehmer des AplusB Scale-up Programms des BMVIT mit Fokus auf FTI-basierte, innovative Gründungsprojekte im akademischen Umfeld. Abgewickelt wird das Programm seit 2017 vom Austria Wirtschaftsservice.

Die Analyse zeigt, dass sich die generelle Gender-Schieflage der übergeordneten Startup-Szene auch im INiTS AplusB Programm widerspiegelt. Die extreme geschlechtsbezogene Ungleichverteilung bei den sich bewerbenden Projekten kann auch durch das Förderverfahren nicht korrigiert werden. Sowohl bei den zu einem Erstgespräch eingeladenen, als auch den Projekten, die alle Meilensteine absolviert haben, beträgt der Frauenanteil insgesamt, also sowohl als (Co-) Gründerinnen als auch als Teammitglieder, jeweils nur rund 16%. Weltweite, europäische wie auch österreichische Studien rund um Start-Ups kommen zu ähnlichen Ergebnissen.


Nähere Zahlen und Analysen finden sich hier in der vorliegenden Gender Analyse. 

MitarbeiterInnen: Nadja Bergmann

Externe MitarbeiterInnen: Nicolas Pretterhofer

AuftraggeberIn: Magistratsabteilung 23 - Wirtschaft, Arbeit und Statistik

Status: beendet


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